Kooperation Stadtmuseum

Das Kooperationsprojekt zwischen dem Gymnasium Tiergarten und der Stiftung Stadtmuseum besteht bereits seit drei Jahren. Es ermöglicht Schülerinnen und Schülern unserer Schule einen direkten Einblick in die Museumsarbeit und aktives Mitwirken daran, also einen ganz eigenen Zugriff auf die Schnittstelle zwischen Geschichte und Gegenwart, Historie und dem eigenen Leben.

Im Zentrum der Kooperation stehen gegenwärtig konkrete Projekte zur Geschichte von Stadt, Bezirk und Kiez, die in der Regel in die jeweiligen Ausstellungen des Stadtmuseums eingebunden werden. Die Arbeit der SchülerInnen soll dabei Aspekte beleuchten, die ansonsten gar nicht oder unter anderem Schwerpunkt in die jeweilige Präsentation eingeflossen sind. Daneben finden aber auch Workshops und Erkundungen anderer Formen von Geschichtsvermittlung statt, so etwa im Rahmen der Sommerakademie 2015 unter dem Titel „Die Stadtmaler“.

Der Eingang des Stadtmuseums© Gymnasium Tiergarten | Foto: Wulf Wäntig

Das Auftaktprojekt der Kooperation bildete zum Themenjahr „Zerstörte Vielfalt“ 2013 eine AG zur Recherche und Verlegung von Stolpersteinen im Nikolaiviertel. Hier standen die Archivarbeit im Landesarchiv und die Rekonstruktion von Biographien ermordeter BerlinerInnen im Mittelpunkt, dann aber vor allem auch die Begleitung der Stolpersteinverlegung mit individuellen Würdigungen der Betroffenen.

Interessierte Zuhörer lauschen der Führung durch das Schulgebäude© Stadtmuseum Berlin | Foto: Mirjam Koring

Das Anschlussrojekt zur Geschichte unserer Schule im Kalten Krieg war in die Ausstellung „West:Berlin – Eine Insel auf der Suche nach Festland“ im Ephraimpalais eingebunden und kombinierte die Ausstellungsarbeit mit interaktiven Führungen am Schulstandort. Hier lag der Schwerpunkt der Arbeit auf Formen des kreativen Forschens und der Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart in der Begegnung mit bis dahin unbekannten Seiten des eigenen schulischen Alltags.

Das gegenwärtige Projekt beschäftigt sich im Rahmen der Ausstellung „Berlin - Stadt der Frauen“ mit den Biographien mehrerer Moabiter Persönlichkeiten verschiedener Jahrgänge. Neben der Entwicklung eigener Fragen an einen Bereich, der Geschichte und eigene Lebenswelt unmittelbar verbindet, galt es hier insbesondere, die Technik des Zeitzeugeninterviews zu erproben und Formen der audiovisuellen Präsentation zum Einsatz zu bringen.

Das Ziel aller Projekte ist eine abwechslungsreiche Mischung von Recherche und Präsentation, von Ausstellungen, Audioguides, Führungen oder Vorschlägen für Erinnerungsorte. Die Teilnehmenden haben so die Chance, Erfahrungen mit authentischer Forschungsarbeit als Historikerinnen und Historiker und mit der Präsentation von Geschichte im Museum zu sammeln – und das Museum die Möglichkeit, einen eigenen, sehr nachhaltigen Kanal für Schule und SchülerInnen als Zielgruppe seiner Arbeit zu öffnen.