Prof. Zuse berichtet uns von seinem Vater, dem Computer-Pionier

  15. November 2012

Die Schüler des Grundkurs Informatik im zweiten Lernjahr haben heute gemeinsam mit Referendaren des Fachseminars für Informatik am 1. Schulpraktischen Seminar Charlottenburg-Wilmersdorf eine Exkursion in das Deutsche Technikmuseum unternommen. Dort erklärte uns Prof. Horst Zuse anhand des von ihm 2010 angefertigten Nachbaus der Zuse Z3 Aufbau und Funktionsweise eines Computers.

Die Z3 wurde 1941 von seinem Vater Konrad Zuse im Wohnzimmer der Kreuzberger Wohnung seiner Familie konstruiert und gilt als der erste funktionsfähige Digitalrechner weltweit.
 

Hartnäckig forderte Prof. Zuse die Schüler zum Mitdenken auf und gab sich mit ungefähren Antworten nicht zufrieden: Wie erklärt man die Funktion eines Speichers ohne das Wort speichern zu verwenden? Wie lang wäre ein 2GB großer Speicher, wenn man dafür die in dem Z3-Nachbau verwendeten 1cm breiten Relais verwenden würde?

 

Während "normale" Besucher der Ausstellung den Z3-Nachbau nur betrachten können, hat Prof. Zuse die "Lizenz zum Schalten", öffnete die Glastüren und erweckte die Maschine alsbald zum Leben. Dank seiner Erklärungen konnten wir gut nachvollziehen, wann wo welche Zahl gespeichert wird. So haben wir den kurzweiligen Vortrag sehr genossen. Im Anschluß hatten wir noch die Gelegenheit, in der Zuse-Ausstellung des Technikmuseums einige der später von Zuse gebauten und vermarkteten Bürorechner zu betrachten.

 

 


Prof. Horst Zuse zeigt den Schülern ein Relais mit dem sich der Zustand eines Bits speichern lässt. Im Hintergrund der von ihm 2010 konstruierte Nachbau der Z3.

 

 

 

An einem separaten Modell erläutert Prof. Zuse die Steuerung der Z3 über Programme, die in Form von aus alten Filmen gestzanzte Lochstreifen eingelesen wurden.

 

 

Den allerersten Rechner Z1 hat Konrad Zuse rein mechanisch konzipiert. Da sich die mühsam ausgesägten Blechteile schnell verhakten, hat Zuse seine nächsten Maschinen elektronisch mit ausgedienten Telefonrelais konstruiert.